ForestAir und IHHT: Warum eine Kombination beider Verfahren sinnvoll sein kann

7. Juli 2026 | IHHT Ratgeber Redaktion

Gastbeitrag von Karsten Tebben (Dipl.-Ing. (FH), Heilpraktiker, Praxis Tebben in Landsberg am Lech). Die Schilderungen zu ForestAir geben die Erfahrung und Sichtweise des Autors aus seiner Praxis wieder. Die wissenschaftliche Evidenz zu lichtaktiviertem Sauerstoff ist begrenzt – wir geben den Beitrag als Praxisperspektive wieder.

Wer sich mit Intervall-Hypoxie-Hyperoxie-Training beschäftigt, stößt früher oder später auf eine zweite, deutlich weniger bekannte Methode: ForestAir, auch als lichtaktivierter Sauerstoff oder SOEMAC-Technologie bezeichnet. Beide Verfahren setzen an derselben Stelle an – den Mitochondrien, den Kraftwerken unserer Zellen – aber auf unterschiedliche Weise. Genau darin liegt aus Sicht der Praxis ihr Potenzial als Kombination: Sie ergänzen sich, statt sich zu überschneiden.

Kurz zur Erinnerung: Was IHHT leistet

IHHT (Intervall-Hypoxie-Hyperoxie-Training) lässt den Körper abwechselnd sauerstoffarme Luft (9–17 % Sauerstoff, wie auf rund 4.000 Metern Höhe) und sauerstoffreiche Luft (32–36 %) atmen. Über 10 bis 15 Sitzungen zu je 30–40 Minuten passt sich der Körper an: Die Mitochondrien arbeiten effizienter, die Bildung roter Blutkörperchen wird angeregt, die Gefäßfunktion verbessert sich. Die Grundlagen dazu finden Sie ausführlich unter Was ist IHHT?

Der Hypoxie-Hyperoxie-Wechsel ist ein gezielter Reiz – eine Form von Hormesis. Genau dieser Reiz kann bei stark erschöpften Menschen, etwa bei ausgeprägter Mitochondriopathie oder ME/CFS, zu Beginn zu fordernd sein. Der Körper reagiert dann unter Umständen nicht mit Anpassung, sondern mit Überforderung.

Was ForestAir anders macht

ForestAir fügt der Atemluft keinen zusätzlichen Sauerstoff hinzu. Nach Darstellung des Verfahrens hebt eine spezielle Lichtquelle einen Teil des Sauerstoffs kurzzeitig in einen energiereicheren Zustand an; beim Zurückfallen in den Grundzustand wird Energie im nahinfraroten Bereich (NIR) frei. Die Idee dahinter: photonische Energie über die Atemwege in den Körper zu bringen, statt – wie bei klassischer Photobiomodulation mit Rotlicht- oder NIR-Lampen von außen – nur wenige Millimeter in die Haut einzudringen.

Ein wichtiger Punkt aus Sicht der Praxis: Anders als beim Hyperoxie-Anteil des IHHT wird die Sauerstoffmenge nicht künstlich über das natürliche Maß hinaus erhöht. Zu viel Sauerstoff kann oxidativen Stress begünstigen – schon in der Raumfahrt zeigte sich früh, dass eine stark mit Sauerstoff angereicherte Atemluft nicht automatisch mehr Energie bedeutet, sondern auch eine Belastung für Mitochondrien, Lunge, Herz und Gehirn sein kann. Gerade bei sehr geschwächten Patientinnen und Patienten kann das ein Problem sein. Weil ForestAir den Sauerstoffgehalt nicht anhebt, entfällt dieses spezielle Risiko weitgehend – das Verfahren gilt als nebenwirkungsarm und wird deshalb auch bei empfindlicheren Menschen eingesetzt, etwa bei ME/CFS-Betroffenen, die IHHT zu Beginn einer Therapie nicht immer gut vertragen.

Die Kombination: Wo sich beide Verfahren treffen

In der Praxis Tebben in Landsberg am Lech werden IHHT und ForestAir bewusst gemeinsam eingesetzt. Heilpraktiker Karsten Tebben beschreibt den Gedanken so: „Mit dem zusätzlichen, aktivierten Sauerstoff vom ForestAir wird die Belastung durch das IHHT abgemildert, und die Photonen des ForestAir können zusätzlich wirken. Somit wird die Effizienz deutlich erhöht.“

Konkret heißt das aus Sicht der Praxis:

  • Die IHHT-Belastung wird abgefedert. Der Hypoxie-Hyperoxie-Wechsel bleibt der zentrale Trainingsreiz; ForestAir wirkt daneben unterstützend. Gerade für Menschen, denen ein reines IHHT-Protokoll zu fordernd wäre, kann das den Unterschied machen, ob eine Therapie gut vertragen wird.
  • Zwei Wirkprinzipien statt einem. IHHT trainiert über den Sauerstoff-Wechselreiz, ForestAir setzt zusätzlich auf photonische Energie. Beide Ansätze zielen auf die Mitochondrienfunktion, aber über unterschiedliche Wege.
  • Fortsetzung zwischen den Sitzungen. Da nicht jeder mehrmals wöchentlich in eine Praxis kommen kann, lassen sich ForestAir-Heimgeräte leihweise nutzen. Die eigentlichen Hypoxie-Hyperoxie-Sitzungen finden weiterhin unter fachlicher Überwachung (Sauerstoffsättigung und Puls) statt.

Für wen die Kombination interessant sein kann

  • Bei ausgeprägter Erschöpfung, ME/CFS oder Long Covid, wenn ein reines IHHT-Protokoll als zu belastend empfunden wird.
  • Bei begrenzter Praxisanbindung, wenn IHHT nur einmal wöchentlich möglich ist und zu Hause ergänzt werden soll.
  • Für alle, die die Mitochondrien-Anpassung durch IHHT um eine sanfte, nebenwirkungsarme Komponente ergänzen möchten.

Wichtig bleibt: Auch wenn ForestAir als nebenwirkungsarm gilt, ersetzt die Kombination keine ärztliche Abklärung. Gerade bei Vorerkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems oder der Atemwege gilt für IHHT weiterhin, dass eine individuelle Einstellung und Überwachung notwendig ist.

Fazit

IHHT und ForestAir konkurrieren nicht um dieselbe Wirkung – nach Erfahrung der Praxis Tebben ergänzen sie sich: IHHT setzt den trainierenden Reiz über den gezielten Sauerstoff-Wechsel, ForestAir soll dabei helfen, diesen Reiz besser zu vertragen, ohne den Sauerstoffhaushalt zusätzlich zu belasten. Wer beide Verfahren gemeinsam nutzen möchte, findet dieses kombinierte Angebot unter anderem in der Praxis Tebben in Landsberg am Lech, wo IHHT und ForestAir seit Jahren zusammen angewendet werden.

Hinweis: Die wissenschaftliche Evidenz zu IHHT wie auch zu lichtaktiviertem Sauerstoff ist noch begrenzt und wird weiter erforscht. Beide Verfahren sind als ergänzende Maßnahmen zu verstehen, nicht als Ersatz für eine ärztliche Behandlung. Bei bestehenden Vorerkrankungen sollte vor Beginn eine fachliche Abklärung erfolgen.


Über den Autor
Dieser Gastbeitrag stammt von Karsten Tebben (Dipl.-Ing. (FH), Heilpraktiker), Praxis Tebben, Landsberg am Lech – hp-tebben.de/ihht-landsberg. Der Beitrag gibt die Erfahrungen und Einschätzungen des Autors aus seiner Praxis wieder und wurde von der Redaktion redaktionell bearbeitet.